Ein Jahr später – ein Wiedersehen, das bleibt

Am 25. September 2025 wurde die Feuerwehr Rutesheim zu einem schweren Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person alarmiert. Vor Ort bestätigte sich schnell die gemeldete Lage. Eine schwerstverletzte Fahrerin war in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste durch die Einsatzkräfte befreit werden.

Nach rund sechs Minuten konnte die Patientin aus dem Fahrzeug befreit und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben werden. Für uns endete damit nach der Versorgung der Einsatz an der Unfallstelle. Ob und wie die Patientin diesen schweren Unfall überstehen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt nicht.

Was nach einem solchen Einsatz mit den betroffenen Personen passiert, erfahren wir als Feuerwehr nur sehr selten. Meist endet unser Kontakt mit der Übergabe an den Rettungsdienst. Umso besonderer war es für uns, als Lena unseren vergangenen Übungsabend besuchte.

Fast ein Jahr nach dem Unfall stand plötzlich die Frau bei uns, die wir damals schwerstverletzt aus ihrem Fahrzeug gerettet hatten.

Lena erzählte uns von ihrer Sicht auf den Unfall und die Zeit danach. Wegen des erlittenen schweren Polytraumas wurde sie mehrere Wochen im Krankenhaus behandelt. Es folgte eine anschließende Rehabilitation und ein langer Weg zurück in den Alltag.

Heute geht es Lena wieder gut. Von den schweren Verletzungen sind keine bleibende Schäden zurückgeblieben. Für uns war es ein besonderes und bewegendes Gefühl, sie nach diesem Einsatz gesund und voller Lebensfreude wiederzusehen.

Gleichzeitig konnten wir ihr an diesem Abend auch unsere Sicht auf den damaligen Einsatz schildern. Wir erzählten ihr von unserem ersten Eindruck beim Eintreffen an der Unfallstelle, unserem Vorgehen bei der Rettung und dem weiteren Ablauf des Einsatzes. Auch die verschiedenen Möglichkeiten der technischen Rettung bei Verkehrsunfällen und die Abläufe bei der Feuerwehr waren Teil unseres Gesprächs.

Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich ein solcher Einsatz aus den beiden Perspektiven wahrgenommen wird. Für uns sind es die ersten Minuten eines Einsatzes, in denen jeder Handgriff sitzen muss. Für Lena war es der Beginn eines langen Weges, an den sie sich aufgrund ihrer schweren Verletzungen teilweise selbst kaum erinnern konnte.

Für Lena war es außerdem neu zu erfahren, wie eine Freiwillige Feuerwehr wie wir aufgebaut ist, wie die Alarmierung abläuft und wie viel Zeit unsere Einsatzkräfte neben ihren eigentlichen Berufen in Ausbildung, Übungen und Einsätze investieren.

Besonders gefreut hat uns ihr herzliches Dankeschön an die Einsatzkräfte. Im Namen ihrer gesamten Familie bedankte sie sich für unseren schnellen, kompetenten und professionellen Einsatz.

Für uns sind solche Worte etwas ganz Besonderes. Noch viel mehr bedeutet uns allerdings das Ergebnis dieses Einsatzes.

Denn normalerweise wissen wir nicht, wie die Geschichte eines Menschen nach der Übergabe an den Rettungsdienst weitergeht. Dieses Mal durften wir erfahren, dass Lena ihren schweren Unfall ohne bleibende Schäden überstanden hat.

Ein solcher Abend zeigt uns einmal mehr, warum wir unsere Freizeit investieren, regelmäßig üben und uns auf Einsätze vorbereiten. Wir wissen nie, wen wir im nächsten Einsatz antreffen und welche Bedeutung unser Handeln für einen Menschen haben kann.

Lena, vielen Dank für deinen Besuch, das offene und interessante Gespräch und dein herzliches Dankeschön. Es hat uns sehr gefreut, dich nach diesem schweren Einsatz wiederzusehen.

Wir wünschen dir und deiner Familie weiterhin alles Gute! 🚒❤️

Den damaligen Einsatzbericht findet ihr hier